ÜBERSICHT

Bonn
04. 04. 2018

Trockener Humor zu den entscheidenden Fragen

Das Theater Déja Vu zeigt Alan Ayckbourns „Smoking/No smoking“. Ab Mai in Zentrifuge und Brotfabrik

Die Darsteller Sabine Quiske und Steffen Fischer bei der Aufführung der Komödie Smoking/No smoking.FOTO: FRIESE

Von Ebba Hagenberg-Miliu

Bad Godesberg. Im Trinkpavillon gab es eine Doppelpremiere. Würde sich das architektonische Schmuckstück, das vom Verein „Bürger.Bad.Godesberg“ wiederbelebt wird, auch für Theater eignen? Diese Feuerprobe hat der Pavillon im Kurpark glänzend bestanden. Die Komödie „Smoking/No smoking“ der Kleinbühne Déja Vu kam bei der Premiere im voll besetzten Haus gut an. Die Inszenierung des Godesberger Regisseurs Achim Haag kehrt ab Mai in der „Zentrifuge“ und in der Beueler Brotfabrik zurück.

„Soll ich oder soll ich nicht, was wäre wenn – das sind die entscheidenden Fragen bei diesem Episodenstück von Alan Ayckbourn“, erläuterte der Regisseur, bevor er seine beiden Schauspieler in Mehrfachrollen in ständige Alternativentscheidungen schickte. Als Bühnenmobiliar reichten zwei Gartenstühle und ein Tisch, und schon nahm der Plot seine komisch-tragische Fahrt auf. Kann Celia (Sabine Quiske), die Frau des alkoholsüchtigen Schuldirektors Toby (Steffen Fischer), der Versuchung widerstehen, sich eine Zigarette anzuzünden, diente nur als Ausgangsfrage einer gerade psychologisch fein austarierten Tour de force rund ums Thema: Eine Frau will nach oben. Denn „eine Barbiepuppe mit aufklappbarem Gehirn“ will die Hauptfigur, Haushaltshilfe Sylvie, dann doch nicht bleiben.

Ihr schlichter Endlos-Verlobter Lionel hat sie darauf gestoßen: Dem Umfeld gilt sie mit ihrer nachlässigen Haltung als „kleiner Mensch mit beschränktem Horizont.“ Sylvie nimmt kulturellen Nachhilfeunterricht beim versoffenen Arbeitgeber – der daraufhin wenigstens zeitweise trocken wird: Erstmals interessiert sich hier eine Schülerin wirklich für Literatur. Quiske und Fischer spielen die Charaktere in fliegendem Wechsel nuanciert aus. Und die spitzzüngigen Dialoge Ayckbourns entpuppen sich als voll des trockenen britischen Humors.

Und dann bietet der Regisseur nach flackerndem Scheinwerferlicht auch jeweils mehrere Lebensvarianten an: Einmal hat sich die Ex-Barbie als überlastete Dreifachmutter ins Rollenbild gefügt. „Denn das ganze Lesen war ja eigentlich unnütz.“ Ein anderes Mal tritt sie in dem verschlafenen Nest bei einer Feier nach Jahren als Überraschungsgast aus dem fernen London auf: als quickfidele Reporterin einer Frauenzeitschrift. Der „Türspalt Welt“ hat sich hier also mehr als einen Spalt breit geöffnet.

Die weiteren Termine : 9. Mai in der Zentrifuge im Rahmen der Bonner Theaternacht, 15. und 16. Juni in der Beueler Brotfabrik.