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24. 02. 2020
Hippies, Rhing-Piraten und 20 000 Rosen
500 bestens aufgelegte Narren ziehen durch Hersel. Zugleitung sieht keine Gefahr durch Sturm
Bornheim-Hersel. Wohl dem, der seine Kopfbedeckung beim Karnevalszug in Hersel gut befestigt hatte: Sturmtief Yulia ließ mit starken Windböen nicht nur die Kamelle, sondern auch bunte Hüte und Perücken fliegen. Die Entscheidung, den Hersel-Uedorfer Karnevalszug trotz Sturmwarnung pünktlich um 13.30 Uhr starten zu lassen, hatte die Zugleitung um Jürgen Morche kurz vor Beginn getroffen. „Solange keine Gefahr besteht, läuft alles nach Plan“, erklärte Morche.
Die rund 500 Teilnehmer, die sich auf neun Prunk- und Mottowagen, 15 Fußgruppen und vier Musikgruppen verteilten, ließen sich die gute Laune von den widrigen Wetterbedingungen nicht verderben. Die rund 30 „Rhing-Piraten“ des TuS Germania-Hersel fühlten sich auf ihrem eigens präparierten Piraten-Kahn glatt wie im Sturm auf hoher See. Und auch für die Burgfräulein und Burgherren der vierten Klassen der Herseler-Werth-Grundschule war der stürmische Karnevalszug eine echte Herausforderung.Weil die Rheinorte in diesem Jahr ohne jeckes Blaublut auskommen mussten, jubelten die Ex-Rhingprinzessinnen Moni und Melina ihren närrischen Untertanen noch einmal vom Wagen des Theatervereins Edelweiß aus zu, und auch das Prinzenpaar der Bonner Werkstätten Polino I. (Bobnar) und Andrea I. (Hüllen) genossen ihren großen Auftritt.Unter dem Motto „Kamelle bunt on söß, schmeckt besser als Jemös“ hatte sich die Gruppe „Ursula und Freunde“ kurzerhand selbst in leckere Bonbons verwandelt. Ursula Ciolek und Vera Orth, die die Gruppe vor Jahren ins Leben gerufen hatten, freuten sich, dass der Nachwuchs noch immer gerne dabei ist. „Meine 16 und 18 Jahre alten Töchter gehen noch immer mit und bringen auch Freunde mit“, berichtete Orth.Drei Monate lang hatte die Gruppe „Die lustigen Germanias“ des Tambourcorps Hersel an den 20 000 Rosen gedreht, die einen VW-Bus auf das Motto „Peace & Love – Hersel Alaaf“ trimmten, berichtete die Vorsitzende Margit Günther. Viel Kreativität bewies auch die Gruppe „Schmölzje 661“, die als Asterix und Obelix aus Gallien nach Hersel gereist war. Auf sein 90-jähriges Jubiläum, das bei der nächsten Aalnacht groß gefeiert werden soll, machte der Fischerverein Hersel aufmerksam. ⇥wso
Kölsch trinken kann jeder, Kölsch tragen erfordert schon ein wenig mehr Vorbereitung. Foto: Wolfgang Henry